VAN HAM Art Estate präsentiert „Bernard Schultze“

Das Angebot zu Bernard Schultze zeigt einen spannenden Überblick aus dem Œuvre des Künstlers. Bernard Schultze besetzt eine individuelle Position in der informellen Malerei, die eher einer surrealistischen „Ecriture automatique“, einem Heraufbeschwören unterbewusster Bildwelten in minutiöser Arbeit, als einem schnell ausgeführten Action Painting verpflichtet ist. Dadurch ergeben sich üppig wuchernde Bildwelten, die nicht nur auf den ersten Blick überwältigen, sondern bei genauerer Betrachtung eine Fülle technischer Finessen und Details offenbaren.

Seit 2019 vertritt VAN HAM Art Estate einen Teilnachlass von Bernard Schultze in Kooperation mit dem Essener Folkwang-Museumsverein. Weitere Informationen zur VAN HAM Art Estate finden Sie auf der offiziellen Homepage.

Der deutsche Maler und Zeichner Bernard Schultze (1915-2005) zählt zu den wichtigsten Vertretern der gestisch-abstrakten Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als Mitglied der „Quadriga“ hat er in den 1950er Jahren neben K.O. Götz, Otto Greis und Heinz Kreutz entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Informel in Deutschland. Werke des mehrfachen documenta-Teilnehmers und Bundesverdienstkreuzträgers befinden sich in zahlreichen internationalen Museumssammlungen, so u.a. im MoMA, New York, der Tate Collection, London oder dem Museum Ludwig, Köln.

Bernard Schultzes Frühwerk ist, wie das der meisten Künstler seiner Generation, nach dem Zweiten Weltkrieg und mehr als einem Jahrzehnt nationalsozialistischer Kulturpolitik geprägt von der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Unter dem Einfluss Willi Baumeisters und des Surrealismus entstehen zunächst flächige, dann immer kleinteiliger werdende skripturale Formen.

Im Verlaufe der 1950er Jahre lösen sich die Konturen der Formen zunehmend auf, der Einfluss französischer Tachisten wie Jean Paul Riopelle schlägt sich ebenso nieder wie das existentialistisch-surreale Werk von Wols, den Schultze sehr verehrt. Bernard Schultze verbindet diese Einflüsse mit seinem zeichnerischen Ansatz zu labyrinthischen Bildwelten, die schließlich durch Materialeinklebungen in den dreidimensionalen Raum hinauswuchern.

Aus den Reliefs entstehen zunehmend vollplastische Bildwerke, die Schultze „Migofs“ nennt und die sein Werk in den 1960er und 70er Jahren prägen. Danach kehrt der mittlerweile in zahlreichen Museumsausstellungen geehrte Künstler sukzessive zurück zur reinen Malerei und erobert immer größere Formate.

Seit den 1980ern und bis zu seinem Tod 2005 verfeinert Schultze in täglicher Arbeit seine Meisterschaft in der Behandlung von Farbe und Duktus immer weiter und schafft so ein beeindruckendes Alterswerk, für das er weithin bekannt ist. Werke aus dieser Phase wurden nicht zuletzt für die Ausstattung der Bonner Bundespräsidentenvilla Hammerschmidt und der von O.M. Ungers entworfenen Deutschen Botschaft in Washington in Auftrag gegeben.

Ergebnisse zum Künstler auf dem Kunstmarkt finden sie in unserer Künstlerdatenbank:

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Weitere Informationen zum Künstler finden Sie auf der offiziellen Homepage von Bernard Schultze:

Bernard Schultze

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