Modern, Post War & Contemporary
Modern, Post War & Contemporary | Auktion: 29.05.2019 | Vorbesichtigung: 24.05.2019 - 27.05.2019

Los ist verkauft

Los 303

Taxe
70.000 - 100.000 €
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90.000,00 €

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Auktionsergebnisse zu: Sigmar Polke
Polke, Sigmar
1941 Oels/Niederschlesien - 2010 Köln

Freundinnen II. 1967. Handkolorierte Offsetlithografie auf festem Papier. 68,5 x 48cm. Signiert und datiert unten rechts: S. Polke 67. Kastenrahmen.

1967 gab die Galerie h, Hannover, eine Auflage von 150 Offsetlithografien des Motives in schwarz heraus (siehe "Freundinnen I", WVZ.-Nr. 3). Die 25 Druckgrafiken, die aus dieser Auflage für den Künstler bestimmt waren, hat Sigmar Polke jeweils individuell in Aquarell überarbeitet und als separate Auflage herausgegeben. Durch die Übermalung ist jedes dieser Blätter ein Unikat.

Provenienz:
- Privatsammlung Hessen (direkt vom Künstler)

Literatur:
- Becker Jürgen/von der Osten, Claus: Sigmar Polke - Editioned Works 1963-2000, Catalogue Raisonné, Ostfildern-Ruit 2000, WVZ.-Nr. 4, mit Vgl.-Abb.

In seinem Essay "Printed Matter, or The Art of Communication" (in: Sigmar Polke, The Editioned Works 1963-2000, S. 361-368) beschreibt Matthias Hentschel die frühe Druckgrafik Sigmar Polkes anhand des Beispiels der "Freundinnen". Er nennt sie paradigmatisch, da die stilistischen und technischen Elemente, die sie aufweisen, in Polkes frühen Arbeiten immer wieder auftauchen. Als Basis für die Grafik diente ein kleiner Zeitungsausschnitt, wohl eine Werbung, den Sigmar Polke neben der Basis für die Grafik auch als Grundlage für ein Gemälde von 1965 mit demselben Titel verwendet. Dieses ursprüngliche Bild vergrößert er für die Offsetlithografie und schafft damit ein neues feines Punkte-Raster. Die bei der Wiedergabe von Bildern entstehenden und von Grafikern vermiedenen Moiré-Muster verstärkt Polke hier und modifiziert das Rastermaß, in dem er die Punkte vergrößert und auseinanderschiebt. Somit emanzipiert er das Bild von der nachgeordneten und beschreibenden Text-Illustration-Beziehung. Das Bild dient nicht mehr der Veranschaulichung der Werbebotschaft, sondern wird zur eigenständigen Betrachtung angeboten. Zudem verschiebt sich die Betrachtung weg vom rein Darstellenden, denn die Punkte sind nun ebenso Teil des Bildmotivs wie die beiden Bikini-Mädchen in dem Zeitungsausschnitt. Zuletzt ändert sich auch der Kontext von der Werbebotschaft zur künstlerischen Botschaft, die eine komplett andere Wahrnehmung ermöglicht.

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