Europäisches Kunstgewerbe
Europäisches Kunstgewerbe | Auktion: 13.11.2019 | Vorbesichtigung: 08.11.2019 - 11.11.2019

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Los 18

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Auktionsergebnisse zu: Meissen
PRÄCHTIGE FOLGE DER ALLEGORIEN "DIE VIER ERDTEILE".
Meissen. Ausformung 19. Jh. Modelle vorwiegend von J.F. Eberlein, 1745-47. Unter der Mitarbeit von J.J. Kaendler und P. Reinicke.

Porzellan, farbig und gold staffiert. Die Allegorie der Europa als Kaiserin mit Krone, Zepter und Reichsapfel auf einer marmornen Bank sitzend. Hinter ihr ein großes, stattliches Pferd und zu ihren Füßen auf einem ovalen Grassockel Globus, Malerpalette, Notenblatt, eine antike Frauenbüste, Zirkel und Meißel sowie rückseitig eine antike Rüstung liegend.
Asien ebenfalls als weibliche Personifikation in prächtigem Gewand dargestellt. In diesem Fall auf einem großen, an einer Palme lagernden Kamel sitzend. Auf ihrem Haupt eine turbanartige Bekrönung und in ihrer rechten Hand ein Zepter haltend, auf ihrem linken Knie ein Räuchergefäß.
Die Personifikation des Erdteils Afrika, dargestellt als dunkelhäutige Frau in einem Gewand mit buntem Federschmuck und weitem Umhang. Als Kopfbedeckung einen Elefantenkopf tragend, in der rechten Hand ebenfalls ein Zepter und in der erhobenen Linken ein Ährenbündel oder Maiskolben. Ihr Tier ein großer, zu ihr aufsehender Löwe, welcher auf einem rechteckigen Steinsockel lagert.
Der Erdteil Amerika als Frau mit Federkrone, einem langen, farbenprächtigen Federmantel und entsprechendem Schurz dargestellt. Auf ihrer rechten Hand ein Papagei sitzend und in ihrem linken Arm ein großes, mit Füllhorn mit zahlreichen Blüten haltend. Sie sitzt auf einem großen Krokodil, welches mit geöffnetem Maul zum Betrachter sieht. Der rechteckige Steinsockel mit Blüten besetzt. Höhe 27cm / 31,5cm / 30,5cm / 28,5cm.
Schwertermarke. Afrika mit Modell-Nr. 689. Zustand B/C-C.

Provenienz:
Privatsammlung Hessen.

Literatur:
- Eikelmann, Renate (Hrsg.): Meißner Porzellan des 18. Jahrhunderts - Die Stiftung Ernst Schneider in Schloß Lustheim, München 2004, S.384f.
- Pietsch, Ulrich (Hrsg.): Meißen für die Zaren - Porzellan als Mittel sächsisch-russischer Politik im 18. Jahrhundert, München 2004. Zu den hier vorliegenden Figuren siehe S.90ff.

Der hier vorliegende Zyklus der vier Erdteile Europa, Asien, Afrika und Amerika wurde von Zarin Elisabeth (1741-1762) in Meissen in Auftrag gegeben. Elisabeth hatte die kostbaren Erzeugnisse der Meissner Manufaktur bereits in jungen Jahren kennengelernt, als ihr von August dem Starken im Jahre 1728 "6 Kästen gefüllt mit sehr schönen Sächsischen Porzellanen" als Geschenk übersandt wurden und eine Leidenschaft dafür entwickelt (Pietsch (2004), S.11).
Der Austausch diplomatischer Geschenke zwischen Sachsen und dem Zarenhof hatte bereits eine lange Tradition. Im Jahr 1728 übersandte August der Starke erstmals feinste Erzeugnisse seiner Porzellanmanufaktur als Präsente an den Hof Peters des Großen. Dort wurden die Objekte begeistert aufgenommen und hoch geschätzt. Auch während der Regentschaft Zarin Elisabeth (1741-1762) wurde das "weiße Gold" von Sachsen gerne als diplomatisches Geschenk eingesetzt.
Vor allem das Porzellangeschenk, welches August III. anlässlich der Hochzeit des russischen Thronfolgers und Neffen der Zarin, Karl Peter Ulrich von Holstein-Gottorf, 1745 nach St. Petersburg schickte, stellte alle bisherigen Präsente des sächsischen Hofs in den Schatten. Das 'Andreasservice' umfasste neben den Serviceteilen wie Tellern, Terrinen und Leuchtern auch mehr als 190 Figuren als Dekoration für die Desserttafel sowie 90 Blumenvasen und drei große Kamingarnituren (Pietsch (2004) 66ff.).
Zarin Elisabeth zeigte sich ausgesprochen begeistert von diesem prächtigen Geschenk, und gab daraufhin noch im gleichen Jahr selbst Figuren bei der Manufaktur in Auftrag.
Neben den Allegorien der vier Jahreszeiten und der fünf Sinne umfasste dieser auch den hier vorliegenden Zyklus der Erdteile. Sie wurden von Johann Friedrich Eberlein unter der Mitarbeit von Kaendler und Reinicke zwischen 1745 bis 1747 gearbeitet. Vorlage dafür waren Kupferstiche nach Zeichnungen von Gottfried Bernhard Götz (Eikelmann (2004) S.384).

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