Modern, Post War & Contemporary
Modern, Post War & Contemporary | Auktion: 16.06.2021 | Vorbesichtigung: 11.06.2021 - 14.06.2021

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Los 35

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Auktionsergebnisse zu: Alexej Jawlensky
JAWLENSKY, ALEXEJ
1867 Twer/ Moskau - 1941 Wiesbaden

Titel: Geranien.
Datierung: Um 1907.
Technik: Öl auf Karton.
Maße: 49,5 x 37,5cm.
Bezeichnung: Signiert unten rechts: A. Jawlensky. Bezeichnet verso: A. von Jawlensky 1907 München.
Rahmen/Sockel: Modellrahmen.

Provenienz:
- Atelier des Künstlers
- Adolf Erbslöh, München (um 1910 vom Künstler erworben)
- Dr. Walter Rietzler, München (1938 vom vorherigen vermutlich als Geschenk erhalten)
- Galerie Stangl, München (Aufkleber; 1956 vom vorherigen erworben)
- Privatsammlung München (1964 von vorheriger erworben)
- Privatsammlung Berlin

Ausstellungen:
- Galerie Otto Stangl, München 1958
- Stedelijk Museum Amsterdam, 1957, Nr. 41
- Kunstverein München, 1958, Nr. 140
- Galerie Otto Stangl, München 1962, Nr. 28
- Leonard Hutten Galleries, New York 1963, Nr. 76a (Aufkleber)
- Art Museum Pasadena, 1964, Nr. 7 (Aufkleber)
- Galerie Otto Stangl, München 1964, Nr. 51

Literatur:
- Jawlensky, Maria/Pieroni-Jawlensky, Lucia/Jawlensky, Angelica: Alexej von Jawlensky - Catalogue Raisonné of the Oil Paintings, Bd. I, 1890-1914, München 1991, WVZ.-Nr. 179, Abb.
- Weiler, Clemens: Alexej Jawlensky, 1959, WVZ.-Nr. 712, o. Abb.

Zwei Äpfel, eine Schale mit weiterem Obst(?) und eine Geranie im Blumentopf auf einem Tisch, das sind die wenigen schlichten Gegenstände, die uns Alexej Jawlensky in unserem Stillleben zeigt. Ganz nah hat er diese an uns herangerückt, sodass wir sie - bis auf die Äpfel - nur aufgrund unserer Seherfahrung bezeichnen können. Jawlensky geht es hier also in erster Linie nicht darum, die Dingwelt widerzugeben. Vielmehr gilt sein Interesse der Komposition und Farbgebung. So hat er durch den engen Bildausschnitt auch die Darstellung von perspektivischer Räumlichkeit negiert. Denn die Wand im Hintergrund und der Tisch mit seiner Platte erscheinen uns als drei breite Querbalken, die von dem schmalen Streifen der Plattenseite begleitet wird. Dieser horizontalen Ausrichtung setzt Jawlensky den Blumentopf, den aufrechtgewachsenen Geranienstil mit den zum Teil großen Blättern und den diesen stützenden dünnen Stab als Vertikale entgegen. Auf diese Weise schafft er einen ausgewogenen Bildaufbau. Seine Farbpalette beschränkt Jawlensky weitestgehend auf die Töne der Grundfarben Blau - Rot - Gelb sowie Grün. Durch ihre kontrastreiche Gegenüberstellung, wie etwa dem Grün der Blätter und dem Rot des Obstes oder dem Blau der Wand und der Terracotta-Farbe des Topfes - erreicht er den viralen Bildausdruck. Diesen verstärkt er durch die lebendigen, meist kurzen Pinselzüge.

Das Stillleben ist für Jawlensky eines der wichtigsten Sujets in seinem Schaffen bis 1911. Denn auf der Suche nach zeitgemäßen Ausdrucksmitteln erprobt er mit den selbst arrangierten Vorlagen neue Lösungen für Kompositionsprobleme. Bemühte er sich in den Jahren zuvor um eine Harmonie in der Farbgebung, wendet er sich zunehmend von einer tonalen Malerei ab, hin zu einem stark farbigen, expressiven Farbauftrag, wobei die Formen einfach bleiben. Auch geht es ihm nun um einen Ausgleich von Raum und Fläche. Hierfür ist unser Gemälde ein schönes Beispiel: In großen Flächen hat er die Farben aufgetragen und lässt allein durch ihren Distanzwert eine Tiefenwirkung erzeugen.
Anregungen für die Vereinfachung von Komposition, Form und Farbe erhält Jawlensky von den Nachimpressionisten. In den Jahren von 1903 bis 1907 reist er mehrfach für längere Aufenthalte nach Frankreich, wo er 1905 und im Jahr darauf seine Bilder im Pavillon de Russe des Pariser Salon d'Automne ausstellt. Besonders beeindruckt ist er von den Werken Paul Cézannes, Paul Gauguins, Vincent van Goghs und Georges Rouaults. Auch die Malerei von Henri Matisse inspiriert ihn nachhaltig. Um 1906 sucht er dessen Pariser Atelier immer wieder auf, in dem sich junge Künstler aus ganz Europa treffen.
Dass Jawlensky die neuen Kunstansätze aufzunehmen und umzusetzen weiß, bezeugt auch Gabriele Münter. So schreibt sie über ihre Zusammenarbeit mit dem Künstlerkollegen 1908 in Murnau: "Ich malte zusammen mit Jawlensky, der aus Frankreich nach-impressionistische Anregungen zu unmittelbarer Farbenwirkung und mächtig zusammengefasste Gegenstandsgestaltung mitgebracht hatte." Zu dieser Zeit übt Jawlensky mit seiner neuartigen Malweise großen Einfluss auf die Kunst der frühen Expressionisten in Deutschland aus.
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