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Fine Art | Auktion: 28.05.2020 | Vorbesichtigung: 22.05.2020 - 25.05.2020

Los ist verkauft

Los 1557

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Auktionsergebnisse zu: Samuel van Hoogstraten
HOOGSTRATEN, SAMUEL VAN
Dordrecht 1626 - 1678

Werkstatt
Titel: Der Besuch des Arztes.
Technik: Öl auf Leinwand.
Montierung: Doubliert.
Maße: 69,5 x 56cm.
Bezeichnung: Monogrammiert unten auf der Treppe: S.v.H.
Rahmen/Sockel: Rahmen.

Literatur:
- W. Sumowski: Gemälde der Rembrandt-Schüler, vol. II, Landau 1983, S. 1294, Kat.Nr. 839, Abb. S. 1322 (als Hoogstraten);
- W. Sumowski: Gemälde der Rembrandt-Schüler, vol. VI, Landau 1983, S. 3614, vol. II, Kat.Nr. 839 (als Hoogstraten);
- J. Bruyn: Rezension zu W. Sumowski, Gemälde der Rembrandt-Schüler, II, in: Oud Holland, vol. 101, 1987, S. 234, Fußnote 45 (als Kopie nach dem Original in Amsterdam);
- C. Brusati: Artifice and Illusion: The Art and Writing of Samuel van Hoogstraten, Chicago 1995, S. 358, Kat.Nr. 63 (als 'possibly autograph');
- H.-J. Raupp (Hrsg.): Niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts der SØR Rusche-Sammlung, vol. 2, Genre, Münster/Hamburg/London 1996, S. 124-27, Kat.Nr. 29, Abb. (als Hoogstraten);
- W. Pijbes, M. Aarts, M. J. Bok et al.: At Home in the Golden Age, Ausst. Kat. Zwolle 2008, S. 87, Kat.Nr. 77, Abb. (als Hoogstraten);
- F.W. Kaiser und M. North: Die Geburt des Kunstmarktes. Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und die Künstler des Goldenen Zeitalters, Ausst. Kat. München 2017, S. 104, Kat.Nr. 66, Abb.

Austellungen:
- "Die Sieben Sakramente. Abigail O'Brien und der ritualisierte Alltag". Ausst. Haus der Kunst München, 21.01. - 12.04.2004;
- "At Home in the Golden Age". Ausst. Kunsthalle Rotterdam, 09.02. - 18.05.2008, Nr. 87;
- "Die Geburt des Kunstmarktes. Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und die Künstler des Goldenen Zeitalters". Ausst. Bucerius Kunst Forum Hamburg, 23.09.2017 - 07.01.2018, Nr. 66.

Provenienz:
- Auktion Chistie´s ('The Property of a Gentleman'), London, 27.06.1975, Lot 45 (als Samuel van Hoogstraten);
- Auktion Christie´s, London, 8. - 9.12.1994, Lot 287 (als Samuel van Hoogstraten), dort erworben.

"Konzentriert blicken die beiden Männer auf das Fläschchen, das der eine zur besseren Begutachtung vor sich ins Gegenlicht hält. Urinschau war eine bereits zu dieser Zeit in den Niederlanden hochumstrittene Diagnosemethode. Nahezu unbeteiligt von dem Geschehen hinter ihr, sitzt die junge Patientin auf einem hölzernen Stuhl in einem Interieur, das dezenten Wohlstand ausdrückt. Auch ihre eigene Aufmachung ist schlicht aber geschmackvoll. Das junge Mädchen hat die Hände gefaltet und blickt den Betrachter mit leicht geneigtem Kopf an. Trotz ihres, am blassen Teint erkennbaren Krankenstandes, liegt in ihrem Blick eine sanfte Koketterie.
Neben dem Stövchen, an dem die Patientin ihre Füße wärmt, sitzt eine graue Katze, die eine Maus fest umklammert hält. So unscheinbar das kleine Tier innerhalb der Gesamtkomposition wirkt, so wichtig ist es für die Entschlüsselung der Ikonografie. Die Katze steht für Wolllust. Die Maus zwischen ihren Pfoten für das Unvermögen sich der triebhaften Liebe zu entziehen. Die Tiere stellen damit den Hinweis auf die Art der Krankheit dar: Liebessehnsucht oder bereits schon deren Folgen.
Auch in Justine Ottos Gemälde geht es um Gesundheitsfragen. In einem kargen Raum sitzt ein Mann auf einem Hocker und beschäftigt sich eingehend mit einem großen Glasauge. Eine Vielzahl dieser grotesken Objekte lagert ordentlich in Reih und Glied in den langen Wandregalen. Darunter stehen Gerätschaften, die der "Augenarzt" offensichtlich zur Instandsetzung braucht. Wie einem absonderlichen Traum entstiegen wirkt die surreale Szenerie. Das Sinnesorgan des Menschen wird in einer nüchternen Werkstatt gelagert und repariert, dadurch aber gleichzeitig seiner Funktion beraubt.
Gibt Hoogstraten mit der grauen, Mäuse fangenden Katze seinem Betrachter den Interpretationsschlüssel zum Verständnis des Gemäldes in die Hand, verweigert die zeitgenössische Künstlerin diesen und fordert dadurch nicht nur den Sehsinn, sondern auch die subjektive Phantasiefähigkeit ihres Publikums heraus."
Prof. Dr. Teresa Bischoff

Die Versteigerung der SØR Rusche Collection haben wir als Konzeptauktion zwischen altmeisterlichen Gemälden und Werken zeitgenössischer Künstler entwickelt.
Aufgebaut in Dialogpaare kommunizieren die Kunstwerke miteinander, wobei jedes Stück als einzelnes Los angeboten wird.
Das vorliegende Los korrespondiert mit Los Nr. 1556.
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