Fine Art
Fine Art | Auktion: 28.05.2020 | Vorbesichtigung: 22.05.2020 - 25.05.2020

Los beendet

Los 1043

Taxe
30.000 - 35.000 €
Mindestgebot

30.000,00 €

Sie wollen ein Objekt von Johann Wolfgang von Goethe verkaufen?
Objektbewertung
Experten

Möchten Sie Johann Wolfgang von Goethe kaufen und zukünftig Angebote erhalten?
Newsletter & Suchkartei
Auktionsergebnisse zu: Johann Wolfgang von Goethe
GOETHE, JOHANN WOLFGANG VON
1749 Frankfurt am Main - 1832 Weimar

Titel: Los zurückgezogen
Festung Luxemburg, Bockbefestigung auf der Pfaffenthaler Seite.
Technik: Bleistift, Feder und Aquarell auf Papier.
Maße: 20,5 x 33cm.
Bezeichnung: Nachträglich (?) bezeichnet unten rechts: Bezeichnung: Göthe.

Literatur:
Corpus der Goethezeichnungen. Goethes Sammlungen zur Kunst, Literatur und Naturwissenschaft, Band VI b, hrsg. von den Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der Klassischen Deutschen Literatur in Weimar, Leipzig 1978, S. 68, Nr. 193 mit Abb.

Provenienz:
Sammlung Dr. med. Richard Wunderlich, Karlsruhe;
Sammlung Dr. Friedrich Georg Hoepfner, Karlsruhe;
Privatbesitz, Deutschland.

Seit 1789 verfolgte Goethe, dem alles Gewaltsame zutiefst widerstrebte, besorgt die durch die Französische Revolution in Europa ausgelösten Erschütterungen. Als Herzog Carl August, sein Dienstherr und General in preußischen Diensten, 1792 am preußisch-österreichischen Koalitionskrieg gegen das revolutionäre Frankreich teilnahm, wünschte er, dass sein Minister ihn begleite. Wenig begeistert kam Goethe dieser Forderung nach. Am 27. August, am Vortag seines dreiundvierzigsten Geburtstags, traf er im preußischen Heerlager in Longwy vor Verdun ein. Seine damaligen Kriegserfahrungen hat er später, in den Jahren 1819 bis 1822 in seiner autobiographischen Schrift "Campagne in Frankreich" niedergeschrieben. In dieser Zeit veröffentlichte er ausgewählte Zeichnungen aus verschiedenen Perioden seines bildkünstlerischen Schaffens im Rahmen seines Wort-Bild-Projektes mit dem Titel "Radierte Blätter nach Handzeichnungen von Goethe". Mit seinen sinnstiftenden, den Bildinhalt symbolisch erweiternden Gedichten versehen, ließ er die Zeichnungen von den Künstlern Carl Wilhelm Lieber und Carl Wilhelm Holdermann druckgrafisch reproduzieren. Dass in einen geplanten, jedoch unausgeführt gebliebenen zweiten Band des Bildzyklus auch die Luxemburg-Ansicht "Bockbefestigung auf der Pfaffenthaler Seite" aufgenommen werden sollte, belegen die in den Weimarer Sammlungen vorhandenen, von C. W. Holdermann oder C. W. Lieber ausgeführte Umzeichnung des Originals und ein zugehöriger Umriss (vgl. Corpus IV B, 193).
In der "Campagne in Frankreich" charakterisiert Goethe die Grausamkeit des Krieges, der die Welt in einen schrecklichen Ort der "Pest und des Todes" verwandelt hatte. Im Gegensatz dazu gibt es in seinen während des gesamten Feldzugs auf Grund der Umstände meist skizzierten Landschaften nicht den kleinsten Hinweis auf den Krieg: kein Kriegsgerät, keine Soldaten, keine umherziehenden Heere, keine Kanonaden, keine Schlachten und keine Toten oder Verwundete; es gibt nichts, was die friedliche Anmutung seiner Zeichnungen stören könnte.
Nach der Niederlage bei Valmy befand sich das Koalitionsheer auf dem Rückzug und bezog im Oktober eine Woche Quartier in Luxemburg. Goethe begeisterte der malerische Effekt der ausgedehnten Festungsanlagen der Stadt. Ihre Ansicht weckte seine Zeichenlust, und es entstand ein ganzes Konvolut Luxemburger Zeichnungen, das meist flüchtige Skizzen, aber auch vier große, bildmäßig ausgeführte Stadtlandschaften enthielt. Zu letzteren gehört auch die als klassische Landschaft komponierte, aquarellierte Feder- und Pinselzeichnung "Bockbefestigung auf der Pfaffenthaler Seite". Mit der Lichtführung und dem nur in der linken Blatthälfte blau aquarellierten Himmel gelingt es Goethe dem Betrachter eine besondere Stimmung zu vermitteln. Unter dem 19. Oktober 1792 teilt er in der "Campagne in Frankreich" zu seiner Arbeitsweise in Luxemburg mit: "Nachdem ich nun also mehrere Tage in diesen Labyrinthen, wo Naturfels und Kriegsgebräu wetteifernd seltsam steile Schluchten gegeneinander aufgetürmt und daneben Pflanzenwachstum, Baumzucht und Lustgebüsch nicht ausgeschlossen, mich sinnend und denkend einsam genug herumgewunden hatte, fing ich an, nach Hause kommend, die Bilder, wie sie sich der Einbildungskraft nach und nach einprägten, aufs Papier zu bringen, unvollkommen zwar, doch hinreichend, das Andenken eines höchst seltsamen Zustandes einigermaßen festzuhalten".
Margarete Oppel, Weimar

Wir danken Margarete Oppel und Hermann Mildenberger, Klassik Stiftung Weimar, Weimar, die die Zuschreibung nach Prüfung der vorliegenden Zeichnung im Original bestätigt haben, für ihre Hilfe bei der Katalogisierung.

| Los empfehlen
|

Bedingungen



Differenzbesteuerung, MwSt. enthalten, gem. § 25a UStG nicht ausweisbar, nicht erstattbar

29,00 % Aufgeld auf den Zuschlagspreis




Voraussichtliche Versandkosten für dieses Lot:
Versand nur nach Absprache nach der Auktion.