Modern, Post War & Contemporary
Modern, Post War & Contemporary | Auktion: 10.06.2020 | Vorbesichtigung: 05.06.2020 - 08.06.2020

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Auktionsergebnisse zu: Karl Hofer
HOFER, KARL
1878 Karlsruhe - 1955 Berlin

Titel: Mädchen mit Tuch.
Datierung: 1947.
Technik: Öl auf Leinwand.
Maße: 93,5 x 55cm.
Bezeichnung: Monogrammiert und datiert unten links: CH47 (ligiert).
Rahmen/Sockel: Rahmen.

Provenienz:
- Nachlass Hofer, Nr. 624
- Galerie Wirnitzer, Baden-Baden, Nr. 3
- Baukunst-Galerie, Köln
- Privatsammlung Süddeutschland

Ausstellungen:
- Märkisches Museum, Witten/Museum Bochum/Museum Folkwang, Essen/Städtisches Museum Duisburg/Kunstverein Braunschweig (Wanderausstellung), 1950-51, Nr. 38
- Baukunst-Galerie, Köln 1975, Nr. 61

Literatur:
- Wohlert, Karl Bernhard: Karl Hofer, Werkverzeichnis der Gemälde, Bd. 2, VAN HAM Art
Publications, Köln 2007, WVZ.-Nr. 2005 (B), Abb.

In den 1920er bis in die 1940er Jahre beginnt Karl Hofer in seinen Bildern in sich versunkene, nachdenkliche und einer agierenden Außenwelt enthobene Frauen darzustellen. Die hier dargestellte junge Frau, die mit beiden Händen ein Tuch hält, befindet sich in einem undefinierten Raum. Weder ist eine räumliche Perspektive zu erkennen, noch deuten Möbel oder Gegenstände auf ein Szenario hin oder lassen Rückschlüsse auf eine zeitliche Einbettung zu. Der undefinierte Hintergrund ist dunkel gehalten und lässt den Frauenakt somit zum zentralen Bildmotiv werden. Das Tuch erinnert an eine Fahne und so kommt unweigerlich die Assoziation an die deutsche Flagge in den Sinn. In Anbetracht der Tatsache, dass das Bild 1947 entstanden ist, könnte es als politisches Symbol gewertet werden, dass auf einen Umbruch in eine neue politische Ära nach dem Nationalsozialismus verweist. Zweifellos setzt sich Hofer - selbst vom Nationalsozialismus verfemt - besonders in den 1930er und 1940er Jahren kritisch mit dem Zeitgeschehen auseinander. Er vermag es jedoch, diese Themen in eine zeitlose Bildsprache zu übertragen, in der seine Figuren exemplarisch für den Menschen und das Menschsein per se stehen.
Karl Hofer selbst hat über seine in sich gekehrten Figuren gesagt: "Was nun den speziellen Fall des Seelenspiegels betrifft, so muß ich Ihnen bekennen, daß es eben in meinem Wesen begründet sein muß, daß Sie einen solchen in meinen Darstellungen nie erblicken; es liegt ebensowenig in meiner Hand es anders zu machen, als es in meiner Hand lag, das zu werden, was ich bin. Derartige anscheinende Äußerlichkeiten hängen tiefer mit dem Menschlichen im Künstler zusammen, als Sie glauben. [..] Geöffnete, den Beschauer anblickende Augen sind in meinen Augen geradezu eine Schweinerei, abgesehen davon, daß sie ein Bild als solches ruinieren. [..] Meine Figuren dagegen verharren völlig in Ruhe, für sie existiert kein Beschauer, also schauen sie ihn auch nicht an." (Hofer an Theodor Reinhart, Rom 27. Januar 1905, zit. nach Feist: Ausst.-Kat. Karl Hofer - Exemplarische Werke Sammlung Hartwig Garnerus. Bayerische Staatsgemäldesammlungen Staatsgalerie moderner Kunst München, 1999, S. 33)

2008 veröffentlicht VAN HAM Art Publications das dreibändige Werkverzeichnis der Gemälde Karl Hofers, erstellt von Karl Bernhard Wohlert. 2012 gründet VAN HAM Art Publications das Karl Hofer Komitee und 2015 präsentiert VAN HAM Art Publications das Werkverzeichnis der Skizzenbücher
www.karlhofer.info.
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1

Differenzbesteuerung, MwSt. enthalten, gem. § 25a UStG nicht ausweisbar, nicht erstattbar

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