Modern, Post War & Contemporary
Modern, Post War & Contemporary | Auktion: 10.06.2020 | Vorbesichtigung: 05.06.2020 - 08.06.2020

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Los 21

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Auktionsergebnisse zu: Alexander Kanoldt
KANOLDT, ALEXANDER
1881 Karlsruhe - 1939 Berlin

Titel: Sonnenuntergang.
Datierung: 1907.
Technik: Öl auf Leinwand.
Maße: 52 x 72cm.
Bezeichnung: Signiert und datiert unten links: A KANOLDT 07. Bezeichnet von fremder Hand verso auf Etikett: Sonnenuntergang von Alex. Kanold, Karlsruhe 20.12.1906 in seinem Atelier gekauft.
Rahmen/Sockel: Rahmen.

Das Gemälde ist auf der originalen Rechnung Kanoldts vom 20. Dezember 1906 an den Karlsruher Fabrikanten Albert Hoerth aufgeführt. Hierzu steht die Datierung "07" auf dem Bild im Widerspruch. Möglicherweise hatte Kanoldt das Gemälde im Dezember 1906 noch nicht fertiggestellt und der Käufer leistete eine Vorauszahlung.

Provenienz:
- Sammlung Albert Hoerth, Karlsruhe
- Privatsammlung Süddeutschland

Ausstellungen:
- Museum für Neue Kunst, Freiburg/Von der Heydt-Museum, Wuppertal 1987, Kat.-Nr. 3, Abb.S. 91

Literatur:
- Koch, Michael: Alexander Kanoldt, 1881-1939 - Werkverzeichnis der Gemälde, München 2018, WVZ.-Nr. 07.1 Abb.
- Ausst.-Kat. Alexander Kanoldt, Gemälde-Zeichnungen-Lithographien, Museum für neue Kunst, Freiburg im Breisgau 1987, S. 91, Kat.-Nr. 3, Abb. S. 91 (hier datiert: 1906/7)

Am Ende seiner Studienzeit an der Badischen Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe und als Meisterschüler von Friedrich Fehr wendet sich Alexander Kanoldt völlig von der akademisch-naturalistischen Malweise ab. Anlass hierfür ist der Besuch im Dezember 1906 einer Wanderausstellung mit Bildern der französischen Nach- und Neoimpressionisten, die im Badischen Kunstverein stattfindet. Kanoldt beschließt nun, das bisher Erlernte hinter sich zu lassen. Stark beeindruckt unter anderem von den Werken Georges Seurats, Paul Signacs und Théo van Rysselberghes beginnt er, sich ganz neu zu orientieren. So beschäftigt er sich intensiv mit der Farbe und studiert die Farbtheorien des Chemikers Eugène Chevreul. "Was meine Arbeit betrifft, probiere ich immer noch die neoimpressionistische Technik zu beherrschen - sie ist in der Tat viel schwerer als jede andere. Es kommt wirklich absolut nicht auf die Gleichförmigkeit der einzelnen Farbflecken an, sondern einzig auf die harmonische Abwägung des Farbwertes." (Kanoldt an Adolf Erbslöh, Brief vom 20.11.1907, zit. nach Ausst.-Kat. Freiburg i. Brsg. 1987, S. 197)

Mit reduzierter Farbpalette und in der für die Pointilisten charakteristischen divisionistischen Malweise fertigt Kanoldt eine Reihe von rein luministischen Landschaften in der Rheinebene an. Zu dieser gehört unser wunderschöner "Sonnenuntergang": Der schmale Weg durch ein Getreidefeld, an dem links zwei Bäume stehen, lenkt unseren Blick auf eine Baumreihe am Horizont. Über diesem erhebt sich die sonnendurchflutete Himmelszone, die den größten Teil des Bildes einnimmt. Kanoldt wendet hier zwar die pointilistische Maltechnik an, doch tut er dies auf ganz eigene Weise. So verwendet er weniger Farbtupfen, die er überwiegend zu Strichen zieht, wodurch er eine gröbere Wirkung erreicht. Inspiriert von den Werken Vincent van Goghs verleiht er dem Bild mittels der verschiedenen Richtungen der Strichgefüge zudem eine enorme Dynamik. Mit der Darstellung von wenigen Dingen und dem Streben nach einem strengen Bildaufbau findet er hier bereits Komponenten, die seine späteren Werke kennzeichnen werden.

Nur für wenige Jahre beschäftigt sich Kanoldt mit den Ausdrucksmöglichkeiten der Pointilisten und eignet sich deren Farbzerlegung zu Lernzwecken an. Dies ist für seine weitere künstlerische Entwicklung von großer Bedeutung.
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