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Fine Art | Auktion | 17.11.2023 | Vorbesichtigung: 10.11.2023 - 13.11.2023

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Los 1294 | Giovanni Piancastelli | Zwei Gemälde. Doppelporträt des Marcantiono V. Borghese und seiner zweiten Frau Therese de la Rochefoucauld

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30.000 - 60.000 €
D
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Auktionsergebnisse zu: Giovanni Piancastelli
PIANCASTELLI, GIOVANNI
1845 Castel Bolognese - 1926 Bologna

Titel: Zwei Gemälde. Doppelporträt des Marcantiono V. Borghese und seiner zweiten Frau Therese de la Rochefoucauld.
Technik: Jeweils Öl auf Holz.
Maße: 55 x 39cm.
Rahmen: Rahmen.

Rückseitig:
Auf den Tafeln jeweils monogrammiert PG (lig.).

Provenienz:
Privatbesitz, Luxemburg, nach Angaben der Vorbesitzer aus dem Besitz der Familie Borghese erworben.

Vgl. Literatur:
S. De Santi, V. Donati, Giovanni Piancastelli. Artista e collezionista, Faenza 2001, S. 48-49, 134-135.

Wie aus dem Nichts treten die Köpfe des Ehepaars Marcantonio V. Borghese und Therese de la Rochefoucauld aus dem diffusen Dunkel ins Licht. Der Maler spielt mit der Altehrwürdigkeit eines barocken Porträts im Stile Rembrandts, zugleich fehlen jegliche Attribute, die auf eine aristokratische Herkunft der dargestellten Personen hinweisen könnten. Im Gegenteil: Das Haar des Prinzen ist wild und ungebändigt, gleichsam löwenhaft, seine Nase steht schräg im Gesicht, Bart und Augenbrauen hängen herab wie bizarre Tropfsteingebilde. Anders seine Frau, deren Haartracht sorgsam zu einer Flechtfrisur gelegt ist. Giovanni Piancastelli verewigt die Physiognomie des Paares mit einer schonungslosen Direktheit. Durch den pastosen Farbauftrag treten die tiefen Falten an Stirn und Wangen derart plastisch hervor, dass das Gesicht eine bemerkenswerte Präsenz erhält. Die glasklaren, tiefgründigen Augen des Prinzen auf der einen und der sorgenvolle Blick seiner Frau auf der anderen Seite unterstreichen diesen Eindruck und zeugen von Piancastellis eindrucksvollem Interesse an einer psychologisierenden Erforschung der Dargestellten.
Schon in jungen Jahren durch ein bemerkenswertes Zeichentalent gesegnet, begann Giovanni Piancastelli seine künstlerische Ausbildung 1860 an der Scuola di Disegno in Faenza und reiste 1862 nach Rom. Während seines Studiums an der Accademia di San Luca lernte er unter anderem bei dem bedeutenden Künstler Francesco Podesti (1800-1895). Anfänglich widmete er sich der Genre- und Landschaftsmalerei, bevor er sich später religiösen Motiven und der Porträtmalerei zuwandte. In Rom wurde Piancastelli rasch in den engsten Kreisen der Aristokratie hochgeschätzt, sowohl als akademischer Porträtmaler wie auch als Kunstberater. Er schuf zahlreiche Porträts der römischen Aristokratie, wie z. B. die Mitglieder der Familien Borghese, Ruffo della Scaletta, Torlonia, Gerini und Sacchetti. Einige dieser Gemälde, die der Künstler wahrscheinlich aus Zuneigung aufbewahrte, befinden sich noch heute im Besitz seiner Erben, die 1927 einige Werke der Pinacoteca Nazionale di Bologna schenkten, darunter ein Porträt von Marcantonio Borghese und seiner Frau Teresa. Piancastelli hat nicht von jedem Porträt eine Version angefertigt, sondern die Quellen zählen mehrere. Nach Aussage des derzeitigen Besitzers stammen die beiden vorliegenden Werke direkt aus der Sammlung Borghese, wo sie vor etwa zwei Generationen erworben wurden.

Im Jahr 1871 wurde Piancastelli von Fürst Marcantonio Borghese als Kunstberater und Zeichenlehrer für seine Kinder angestellt. Von da an lebte der Künstler nicht weniger als fünfunddreißig Jahre lang in Rom und begleitete die Familie auch während der Ferienzeiten in den Villen von Nettuno und Frascati. Nach dem Tod des Prinzen Marcantonio Borghese wurde er 1886 mit der Aufgabe betraut, die Sammlung der Familie Borghese gemäß den Fideikommissvermerken zu reorganisieren und in die Villa Pinciana zu verlegen.

Ansprechpartner/Ansprechpartnerin:
Stefan Hörter
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+49 221 92 58 62 202

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Inventar Nummer: 76896-1