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Auktionsergebnisse zu: Oskar Moll
MOLL, OSKAR
1875 Brieg/Schlesien - 1947 Berlin

Titel: Petunie und Plastik am Fenster.
Datierung: Um 1911/12.
Technik: Öl auf Leinwand.
Maße: 79 x 70cm.
Bezeichnung: Signiert unten rechts: Oskar Moll. Verso ein Stempel mit der handschriftlichen Nachlassnummer 161 sowie zahlreiche Nummernvermerke und Aufkleberreste.
Rahmen/Sockel: Rahmen.


Wir danken Dr. Gerhard Leistner für die freundliche Beratung. Das Gemälde ist in dem in Vorbereitung befindlichen kritischen Werkverzeichnis (www.oskarmoll.info) bereits registriert.

Provenienz:
- Nachlass Oskar Moll
- Marg Moll, Düsseldorf (zuletzt im Juni 1963 in ihrer Bestandsliste unter Nr. 161 als "Betunie u. Plastik am Fenster" aufgeführt)
- Sammlung Siegfried und Dorothea Salzmann, Duisburg/Bremen (Aufkleber)
- Privatsammlung Nordrhein-Westfalen

Ausstellungen:
- Gesellschaft der Kunstfreunde, Breslau, 1925
- Bezirksamt Tiergarten, Haus am Lützowplatz, Berlin, 1955
- Leonard Hutton Galleries, New York, 1960, Nr. 2 ("Petunias and Sculpture", datiert 1911)
- Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg, 1967
- Städtisches Museum, Trier 1975

Literatur:
- Salzmann, Siegfried und Dorothea: Oskar Moll - Leben und Werk, München 1975, WVZ.-Nr. 65, Abb.
- Wilhelm Pinder: Zur Kunst Oskar Molls, in: Deutsche Kunst und Dekoration 24. Jg., Dezember 1920, Heft 3, Abb. S. 126 ("Betunien", datiert 1912)
- Heinz Braune Krickau: Oskar Moll. Mit einer Selbstbiographie des Künstlers, Leipzig 1921 (= Junge Kunst Band 19), Tafel 5 ("Betunie. 1912")
- Friedrich Ahlers-Hestermann: Oskar Moll, in: Schlesien 4, 1959, Heft 2, Abb. S. 81 ("Betunie und Plastik" 1911)
- Ausst.-Kat. Jubiläumsausstellung Oskar Moll geb. 21.Juli 1875; Gesellschaft der Kunstfreunde, Breslau, 1925, Nr. 15 ("Betunie")
- Ausst.-Kat. Maler der Breslauer Akademie: Oskar Moll 1875-1947, Otto Mueller 1874-1930, Alexander Camaro, Ludwig Peter Kowalski, Horst Strempel; Bezirksamt Tiergarten, Haus am Lützowplatz, Berlin, 1955, Nr. 4 ("Stilleben mit Betunie und Gipsplastik", datiert 1911)
- Ausst.-Kat. Oskar Moll 1875-1947. A retrospective exhibition of paintings by Oskar Moll, Co-founder of the "Académie Henri Matisse" Paris 1907, Leonard Hutton Galleries, New York, 1960, Nr. 2 ("Petunias and Sculpture", datiert 1911)
- Ausst.-Kat. Oskar Moll. Gedächtnisausstellung zum 20. Todestag, Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg, 1967, Nr. 18 ("Stilleben mit Betunie")
- Ausst.-Kat. Oskar Moll. Gemälde. Ausstellung aus Anlaß des 100. Geburtstages, Städtisches Museum, Trier 1975, Nr. 6 ("Stilleben mit Petunie", datiert 1911, Privatbesitz)

Aus seiner großen Liebe zur zeitgenössischen Kunst wendet sich Oskar Moll mit 22 Jahren der Malerei zu. Nach dem Biologiestudium in Hannover, Genf und Basel lässt er sich in Berlin nieder und eignet sich im freien Studium das malerische Rüstzeug an. Er freundet sich mit den deutschen Impressionisten an und findet 1900 in Lovis Corinth einen ersten Lehrer, bei dem er drei Jahre hospitiert. Moll malt nun mit derberem Farbauftrag impressionistische Bilder in gedämpftem Kolorit. Durch seine Begegnung mit Ulrich Hübner trägt er dann die Farbe pastoser auf und hellt seine Palette auf.
1907 geht Moll erstmals nach Paris. Dort wird er von Lyonel Feininger in den Künstlerkreis des Café du Dome eingeführt und lernt Henri Matisse kennen. In der mitgegründeten "Académie Matisse" gelangt er schließlich zu seinem individuellen Kunststil, der sich in der ungebrochenen Reinheit der Farbe und ihren harmonischen Kontrasten wie auch in dem Gleichgewicht von Farbe und Form ausdrückt. Dabei findet er, inspiriert vom Neoimpressionismus, zu einer kraftvolleren und gegenständlicheren Bildgestaltung. Auch nutzt er die Modulationsfähigkeit und dekorativen Möglichkeiten der Farbe, um seinem lyrischem Erleben der Dingwelt und der Natur Ausdruck zu verleihen.
Als Moll 1910 erstmals nach Italien reist, entdeckt er dort die für ihn paradiesische Welt von Licht und Farbe des Südens. Das vorgestellte Gemälde "Petunie und Plastik am Fenster", das zwischen dem Genre Interieur und Stillleben changiert, zeigt eindrucksvoll wie er die Kraft des Lichtes und ihren Glanz auf seine jetzt entstehenden Bildkompositionen überträgt: Er durchwirkt den engen Zimmerausschnitt mit flimmerndem Licht, das durch das geöffnete Fenster auf den Tisch mit sorgfältig arrangierten Dingen fällt. Dies erreicht er durch das Setzen von kleinen Pinselstrichen. Ohne weitere perspektivischen Angaben schafft er mit ihnen zugleich einen irrationalen Farbraum, der die Bildfläche sprengt. Dem Prinzip der L'art-pour-l'art folgend verleiht er so seiner Bildwelt eine ungeheure Vibration und Leichtigkeit, der wir uns nicht entziehen können.
Bis etwa Anfang der 1920er Jahre arbeitet Moll mit dieser eigentümlichen farbintensiven und abstrahierenden Bildsprache. Angeregt von der strengen Kompositionsordnung der französischen Kubisten wendet er sich dann einer beruhigenden Formulierung zu, wobei er die linearen und flächigen Formen zunehmend zur konstruktiven Stabilisierung des Bildgefüges nutzt.
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Bedingungen



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