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Los 1283A | Wim Delvoye | Chapel

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Auktionsergebnisse zu: Wim Delvoye
DELVOYE, WIM
1965 Wervik

Titel: Chapel.
Datierung: 2007.
Technik: Mixed Media (Stahl, Edelstahl und Glasfenster), elektrifiziert.
Maße: 326 x 305 x 181cm.
Sockel/Rahmen: Sockel.

Zu dem Werk liegt ein vom Künstler unterschriebenes Zertifikat vor. Bei dieser Skulptur handelt es sich um ein Unikat.

Provenienz:
- Galerie Emmanuel Perrotin, Paris

Ausstellungen:
- Kunstmuseum Bochum, 2018/19
- Kunsthalle Krems, 2010
- Weserburg - Museum für moderne Kunst, Bremen 2008/09

Literatur:
- Schoppmann, Wolfgang/Wipplinger, Hans-Peter (Hrsg.): Lebenslust & Totentanz - Olbricht Collection, Köln/Krems 2010, Abb. S. 74
- Friese, Peter: Go for it! - Olbricht Collection (a sequel), Köln 2009, Abb. S. 90

Wim Delvoye ist ein belgischer Konzeptkünstler. Delvoye absolvierte seine künstlerische Ausbildung an der Royal Academy of Fine Arts in Gent zu einer Zeit als die Zukunftsaussichten für belgische Maler nicht gerade rosig waren. Rückblickend dürfte dies als ein Glücksfall zu werten sein, denn Delvoye wendet sich von der Malerei ab und der Konzeptkunst zu. Ein Gebiet auf dem er im Verlauf seiner Künstlerkarriere auch internationale Anerkennung erhielt. So wurde Delvoyes künstlerisches Werk 1992 im Rahmen der Documenta IX, sowie 1999 im Rahmen der Biennale in Venedig mit großer Medienwirksamkeit gewürdigt.
Delvoye untersucht in seinen Werken u.a. die Funktionen des menschlichen Körpers. Besonders die Skatologie bildet hierbei einen Bereich, dem sich Delvoye besonders intensiv gewidmet hat. So stellt eins von Delvoys Hauptwerken, "Cloaka", eine riesige Maschine dar, die in der Lage ist, ein von menschlichen Exkrementen nicht zu unterscheidendes Produkt herzustellen. Ist Delvoys Interesse an einem Konzept einmal geweckt, so entwickelt der Künstler dieses unermüdlich weiter und ergänzt neue Feinheiten. Mit maßstabsgetreuen Modellen, Röntgenaufnahmen und weiteren "Nebenprodukten" schaffte Delvoye so ein ganzes Netzwerk aus Arbeiten.
Neben "Cloaka" stellen die sogenannten "Gotischen Arbeiten" einen Schwerpunkt in Delvoyes Oeuvre dar. Wie schon bei "Cloaka" schaffte Delvoye auch bei dieser Reihe einen umfassenden Werkkosmos. Bereits 2001 begann er das Gebiet rund um die gotische Formensprache für sich zu erschließen. So gestaltete der Künstler eine Reihe gotischer Fenster, die er statt mit Glasmalerei mit Röntgenaufnahmen von sexuell expliziten Handlungen füllte. Für die Röntgenaufnahmen ließen sich mehrere Freunde Delvoys unter professioneller Aufsicht mit Kleinstmengen von Barium bemalen. Im nächsten Entwicklungsschritt gestaltete Delvoye schwere Baumaschinen der heutigen Zeit im komplexen gotischen Stil des 17. Jahrhunderts. Zementmischer, Bagger und LKWs arrivieren auf diese Weise zu Kunstwerken und eröffnen ein Spannungsfeld von modernen leistungsstarken Maschinen gegenüber mittelalterlicher Handwerkskunst.
Vorläufiger Höhepunkt seiner Auseinandersetzung mit dem gotischen Stil bildet die monumentale Arbeit "Chapelle" aus dem Jahr 2006. Die eigens für den Neubau des Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean in Luxemburg konzipierte, raumfüllende Installation einer gotischen Kirche wurde durch Fachpersonal mittels Laser aus dem Stahl geschnitten.
Während der Fokus bei der Arbeit "Chapelle" von 2006 die Innenansicht und die Begehbarkeit der gotischen Kirche waren, liegt der Schwerpunkt in der uns vorliegenden Arbeit von 2007 leicht versetzt. In diesem etwas kleineren gleichnamigen Werk rückt das Äußere der gotischen Kapelle in den Mittelpunkt. Im Kleinen zeigt Delvoye dem Betrachter hier was er längst im Großen plant: Den Bau einer eigenen gotischen Kathedrale im originalgetreuen Maßstab. Mit einem unfassbaren Hang zur Perfektion nähert sich Delvoye in mühevoller Kleinstarbeit diesem großen Ziel stets näher. Die "Chapelle" von 2007 ist somit ein wichtiger Meilenstein in diesem Prozess.

Ansprechpartner:
Marion Scharmann
Modern, Post War & Contemporary Art
+49 221 92 58 62 303

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Bedingungen



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1

Differenzbesteuerung, MwSt. enthalten, gem. § 25a UStG nicht ausweisbar, nicht erstattbar

29% Aufgeld auf den Zuschlagspreis


Los: 68003-520

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