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Los 8 | Karl Horst Hödicke | Gelbe Reflexion (Große Reflexion II)

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Auktionsergebnisse zu: Karl Horst Hödicke
HÖDICKE, KARL HORST
1938 Nürnberg

Titel: Gelbe Reflexion (Große Reflexion II).
Datierung: 1965.
Technik: Öl auf Nessel.
Maße: 150 x 160cm.
Bezeichnung: Signiert und datiert unten links: Hödicke 65. Zudem bezeichnet verso oben auf Keilrahmen: K.H. Hödicke Berlin 15 Fasanenstraße 58 Große Reflexion II.
Rahmen/Sockel: Rahmen.

Provenienz:
- Privatsammlung Norddeutschland

Ausstellungen:
- Palais Populaire, Berlin 2020
- Staatliche Graphische Sammlung München, 2020
- Hall Art Foundation - Schloss Derneburg, 2020/21

Literatur:
- Ausst.-Kat. K.H. Hödicke, Staatliche Graphische Sammlung München, 2020, S. 36, Abb.
- Ausst.-Kat. K.H. Hödicke Malerei 1961 - 2015, Hall Art Foundation - Schloss Derneburg, 2020/21, o.S., Abb.

- Seltenes Hauptwerk aus der gesuchten Werkreihe der "Reflexionen"
- Museale Arbeit mit starkem kunsthistorischem Kontext
- Leuchtend-expressive Farbigkeit

Karl Horst Hödicke gilt heute als einer der wichtigsten Vertreter der "Neuen Figuration". Mit seinen großformatigen, farbgewaltigen Werken leistete er einen entscheidenden Beitrag zur figurativen Malerei der Nachkriegszeit. Hödicke bildete mit seiner künstlerischen Position dabei einen Gegenpol zu der in den 1960er Jahren dominierenden Abstrakten Kunst.
Der ursprünglich in Nürnberg geborene Hödicke kommt 1957 im Alter von 19 Jahren mit seiner Familie nach Berlin. Bereits in seiner Jugend kam er in Süddeutschland vermehrt mit Werken der Gruppe "Blauer Reiter" in Kontakt. Die strahlende Farbigkeit der Werke hatte signifikanten Einfluss auf Hödickes Entscheidung Künstler zu werden und findet sich später auch in seinem eigenen Oeuvre wieder.
Die Vertreter der "Neuen Figuration" - zu denen auch Baselitz, Immendorff und Penck gehören - begehrten mit der Rückkehr zur figürlichen Malerei gegen das in ihren Augen zu intellektuelle und verkopfte deutsche Informel auf.
Hödicke befasst sich in seinem Oeuvre inhaltlich mit dem Themenkomplex Großstadt, im speziellen mit Berlin als seinem Schaffensort. Dabei versteht er sich aber nicht als einfacher Chronist Berlins, sondern dokumentiert vielmehr Sinneseindrücke und das herrschende Lebensgefühl. Mit dynamischem Gestus fängt Hödicke verschiedenste Szenen der Großstadt ein. Dabei arbeitet er nicht nur mit dem Pinsel, sondern auch mit einer eigenen Rakeltechnik, mit der er einen zunehmend anonymen und weniger handschriftlichen Gestus schafft, der mit dem Lebensgefühl der Großstadt einhergeht.
Als eine seiner bedeutendsten Werkgruppen gelten die "Reflexionen" aus den 1960er Jahren, in denen Hödicke sich mit dem Verkehr in der Großstadt auseinandersetzt. Mit schnell geführtem Pinselstrich und der für Hödicke so charakteristischen Rakeltechnik nimmt der Künstler den Betrachter an die Hand und begleitet ihn in die leuchtende Welt der Großstadt. Zentrales, wie auch namensgebendes Element seiner "Reflexionen" sind dabei die Spiegelungen und Reflexionen künstlichen Lichts im Kontext bewegter Oberflächen. Kaum ein Künstler vermag die Essenz der Bewegung so vollendet einzufangen wie Hödicke.
Was auf den ersten Blick wie ein gegenstandsloses Sujet wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als ein phasenartiger Bewegungsablauf. Das die vorliegende Arbeit dominierende leuchtende Gelb erinnert die Rezipienten automatisch an die typisch gelben Fliesen des Berliner Untergrund-Systems, in denen sich die Lichtreflexe der Neonbeleuchtung mit den im Minutentakt vorbeiziehenden U-Bahnen verschränken und überlagern.
Die vorliegende Arbeit nimmt dabei innerhalb der Werkgruppe einen besonderen Stellenwert ein, da vielfältige Bezüge zu weiteren Gemälden der Werkreihe vorliegen. So stellt die Arbeit eine direkte Weiterentwicklung des Werkes "Große Reflexion I" aus demselben Jahr dar (Vgl. Abb. 1). Er greift das Motiv in ähnlicher Farbigkeit auf, ergänzt und entwickelt es jedoch durch genaue Akzentuierung weiter und erzeugt so nahezu vibrierende Spannungsflächen, mit denen er virtuos die Bewegung auf der Leinwand festhält. Dass Hödicke - auch wenn seine Werke auf den ersten Blick vielleicht einen anderen Eindruck vermitteln - keineswegs ein abstrakter Maler, sondern ein Meister der Neuen Figuration ist, wird spätestens im direkten Vergleich mit dem Schwesternbild "Grüne Reflexion" aus dem Jahr 1964 deutlich. Wie der Name bereits verrät, setzt Hödicke hier einen sehr ähnlichen Bildaufbau um, der allerdings von lebendigen Grüntönen bestimmt wird. Bei der Betrachtung des nahezu identischen Bildaufbaus wird die figurative Grundlage seiner Werke deutlich.
Mit der Arbeit "Gelbe Reflexion" können wir ein Hauptwerk Hödickes aus einer seiner bedeutendsten Schaffensphasen anbieten. Die Arbeit von musealer Qualität überzeugt nicht nur als herausragendes Exempel für Hödickes Oeuvre, sondern ist auch unumstritten eines der relevantesten Werke aus der Anfangszeit der Neuen Figuration und steht so stellvertretend für eine Zeit, in der die figurative Malerei deutscher Künstler erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder internationale Bedeutung erlangte.

Ansprechpartner/Ansprechpartnerin:
Hilke Hendriksen
Modern, Post War & Contemporary Art
+49 221 92 58 62 305

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Inventar Nummer: 77445-3

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