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Los 475 | Gotthard Graubner | Ohne Titel (Gesacktes Kissen)

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Auktionsergebnisse zu: Gotthard Graubner
GRAUBNER, GOTTHARD
1930 Erlbach - 2013 Neuss

Titel: Ohne Titel (Gesacktes Kissen).
Datierung: 1969.
Technik: Mischtechnik auf Perlon über Synthetikwatte auf Leinwand.
Maße: 104 x 85 x 18cm.
Bezeichnung: Signiert und datiert verso unten rechts: Gotth. Graubner 1969. Daneben mit Richtungspfeil versehen.

Provenienz:
- Privatsammlung Nordrhein-Westfalen

- Graubners "Farbraumkörper" stellen die Definition des herkömmlichen Tafelbildes in Frage
- Die kissenähnlichen Wandobjekte suchen in der Kunstgeschichte ihresgleichen und sind zu einem künstlerischen Alleinstellungsmerkmal geworden
- Seit Jahrzehnten in Privatbesitz
- Das Werk steht beispielhaft für die Experimentierfreude des Künstlers mit Formen, Farben und Raumwirkungen

Seit den 1960er Jahren setzt sich der Künstler Gotthard Graubner mit der Autonomie der Farbe und deren Wirkung im Raum auseinander - besonders in seinen raumgreifenden "Farbleibern", "Kissenbildern" und "Farbraumkörpern", die er ab 1971 schafft. Sie stellen eine eigene Gattung dar, welche die von ihm gesuchten Wirkungen ermöglichen. Seine Farbraumkörper sind dreidimensionale Wandobjekte. Sie bestehen aus einem inneren Gerüst - dem mit Leinwand bespannten Keilrahmen. Darüber sind Lagen aus Synthetikwatte gelegt, die dem Werk ermöglichen in den Raum "zu wachsen". Bis zu 20 cm kann diese Lage dick sein. Eine zweite Bespannung wird ohne Faltenbildung darüber gespannt und lässt so einen kompakten, kissenähnlichen Körper entstehen, mit weich gerundeten Kanten und Ecken. Dieser "Rohling" erhält seine malerische Bearbeitung. In Schichten trägt Graubner die dünnflüssigen Farben auf. Die Körper werden getränkt, bestrichen, besprengt und mit langstieligen Pinseln eingerieben. Der scheinbar monochrome Eindruck der Werke täuscht dabei. Unzählige Farbtöne und Nuancen liegen aufeinander und verleihen dem Werk eine zusätzliche Plastizität. Ob in großem oder kleinem Format, die Farbraumkörper entfalten immer eine faszinierende räumliche Präsenz und strahlen gleichzeitig eine unglaubliche Ruhe aus. Graubner beschrieb sie selbst als "architektonische Körper", die den Raum um sich herum beeinflussen und verändern können.
Das vorliegende Werk "Gesacktes Kissen" steht beispielhaft für Graubners Experimentierfreude mit Formen, Farben und Raumwirkungen seit Mitte der 1960er Jahre. Im Gegensatz zu den gleichmäßig aufgespannten Kissen mit ihrer bauchigen Mitte, scheint diese Arbeit der Schwerkraft zu unterliegen. Eine ausgeprägte Wölbung streckt sich dem Betrachter im unteren Bereich entgegen. Hierhin hat sich auch die Farbe ihren Weg gebahnt. Durch Verdichtung und Pigmentansammlung wird die Farbintensität in diesem Bereich gesteigert. Auf den ersten Blick erscheint die Arbeit in monochromen Grau. Bei genauerer Betrachtung werden weitere Nuancen sichtbar - auch ein Rotton findet sich, der einen warmen Farbeindruck hinterlässt und die weiche Form unterstreicht. Farbe zum Gegenstand werden zu lassen ist die Meisterschaft des Künstlers Gotthard Graubner.

Ansprechpartner/Ansprechpartnerin:
Marion Scharmann
Modern, Post War & Contemporary Art
+49 221 92 58 62 303

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Inventar Nummer: 77131-4

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