Modern, Post War & Contemporary
Modern, Post War & Contemporary | Auktion: 02.12.2020 | Vorbesichtigung: 27.11.2020 - 30.11.2020

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Los 17

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Auktionsergebnisse zu: Käthe Kollwitz
KOLLWITZ, KÄTHE
1867 Königsberg - 1945 Moritzburg

Titel: Selbstbildnis.
Datierung: 1926-36 (Entwurf).
Technik: Bronze, braun patiniert.
Maße: 37 x 24 x 29cm.
Bezeichnung: Signiert am Hals unterhalb des rechten Ohrs: Kollwitz.
Gießerstempel: Gießerstempel darunter an der Außenkante der Halterung: NOACK BERLIN.
Sockel/Rahmen: Auf Muschelkalk-Sockel (11 x 22 x 20cm; Gesamthöhe: 48cm).

Provenienz:
- Galerie Pels Leusden, Berlin
- Privatsammlung Süddeutschland

Literatur:
- Seeler, Annette: Käthe Kollwitz - Die Plastik. Werkverzeichnis, München 2016, WVZ.-Nr. 26, .

Die vorliegende Bronze ist das einzige dreidimensionale Selbstportrait der Künstlerin. Es zeigt die etwa sechzigjährige Künstlerin, ungeschönt mit allen Zeichnen des Alterns. Der zehnjährige Entstehungszeitraum von 1926 bis zur Vollendung 1936 deutet bereits daraufhin, wie schwer es der Künstlerin fiel eine Bronze ihrer selbst anzufertigen. Ein Tagebucheintrag vom Dezember 1928 zeugt von diesem Ringen mit sich selbst: ".. Bin zurzeit wieder an meinem plastischen Selbstbild, fluchend und schimpfend, denn die damit vertane Zeit steht nicht in einem Verhältnis mit der Wichtigkeit des Objekts. Doch komme ich nicht los, jeder Tag endet mit einer Illusion und jeder nächste beginnt mit wütender Depression.". (zit. aus: Bohnke-Kollwitz, Jutta (Hrsg.): Käthe Kollwitz. Die Tagebücher, Berlin 1989, S. 628).

Das Selbstportrait zeigt die Künstlerin müde und ein wenig resignierend. Der Blick ist ganz nach innen gerichtet. Die übrigen Gesichtszüge strahlen Ruhe und Reglosigkeit aus. Nur die auffälligen Stirnfalten zeugen von der kritischen Weltsicht der Künstlerin. Nach der Kenntnis über den langen Entstehungsprozess ist der Künstlerin in diesem in-sich-ruhenden Selbstportrait ganz vortrefflich gelungen die Essenz Ihres Wesens einzufangen: Stärke, Einfühlungsvermögen, Leidensfähigkeit und Melancholie.


Nach Begutachtung der Bronze im Original beurteilt die Werkverzeichnisverfasserin Frau Dr. Annette Seeler, Berlin, diese Arbeit wie folgt:
„Es handelt sich um einen schönen differenzierten Guss, der nach derzeitigem Stand der Erkenntnisse von der Autorin des Werkverzeichnisses als eine Wiedergabe des originalen Werkmodells betrachtet wird. Dieses stand zumindest für ein Gros der Nachkriegsproduktion bereits nicht mehr zu Verfügung. Das Exemplar wurde eventuell noch zu Lebzeiten von Käthe Kollwitz, vielleicht jedoch erst kurz nach dem Krieg wohl von Willy Geisler als dem ersten Gießer der Künstlerin gefertigt, wobei dann die Noack-Marke falsch ist. Ungeklärt ist jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt, ob für diese Vervielfältigung eine Autorisierung der Künstlerin (oder auch von deren Rechtsnachfolgern) vorlag oder nicht. Diese Frage muss möglicherweise – aus Mangel an historischen Belegen – dauerhaft unbeantwortet bleiben.
Das Werk wird als gussgeschichtlich interessantes Exemplar in die nächste Version des Onlinekatalogs aufgenommen, der das Werkverzeichnis-Buch ergänzend begleitet.“

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